Tiefenkompensation (Black Point Compensation)

Einleitung

Im Englischen wird die Tiefenkompensierung „Schwarzpunktkompensierung“ (Black Point Compensation) genannt. Das kommt nicht von ungefähr, da bei Verwendung dieser Einstellung der Schwarzpunkt eines Farbraumes behandelt wird.

Quellfarbräume (z. B. einer Bilddatei) unterscheiden sich oft von Zielfarbräumen (z. B. eines Druckers). Das Ziel der Tiefenkompensierung ist es, das Bild für das Auge getreu im Zielfarbraum darzustellen (sozusagen sollte das gedruckte Bild vom Eindruck her gleich sein wie das am Monitor dargestellte). Dafür werden, unter Berücksichtigung der ausgewählten Renderpriorität, Farben durch Verwendung des Bereiches des Zielfarbraumes entsprechend angepasst.

Sind Schwarzpunkte im Zielfarbraum dunkler als im Quellfarbraum, werden die Schwarzpunkte auf den Zielfarbraum hinabgesetzt. Dadurch kann ein größerer Bereich genutzt werden.

Im Gegensatz, wenn Schwarzpunkte im Zielfarbraum heller als im Quellfarbraum sind, werden Schwarzpunkte nicht auf die Zielfarbraumschwarzpunkte gesetzt -> Schattierungen können erhalten bleiben.

Anmerkung: Wenn Sie die Renderpriorität Perzeptiv wählen, hat es keinen Einfluss ob Sie die Tiefenkompensierung aktivieren oder nicht, da diese dann automatisch ausgeführt wird.

Zusatz: Für einen Ausdruck ist die Tiefenkompensierung empfehlenswert, da sich der Eindruck des Bildes nicht ändert. Führen Sie jedoch einen Proof durch, ist es besser die Tiefenkompensierung zu deaktivieren, da Bildinformationen geändert werden.

Praxis

Bei den Einstellungen für den Druck, gehen Sie bitte so vor wie es hier (Drucken mit ICC-Profil) für die einzelnen Bildbearbeitungsprogramme beschrieben ist.

Im Folgenden sehen Sie einen Vergleich für unterschiedliche Einstellungen von Renderprioritäten mit und ohne Tiefenkompensierung. Die Bilder wurden mit Adobe Photoshop CC bearbeitet.

  • Abb. 1: Tiefenkompensierung deaktiviert, Renderpriorität perzeptiv
  • Abb. 2: Tiefenkompensation aktiviert, Renderpriorität perzeptiv
  • Abb. 3: Tiefenkompensierung deaktiviert, Renderpriorität relativ farbmetrisch
  • Abb. 4 Tiefenkompensierung aktiviert, Renderpriorität relativ farbmetrisch

Wie erwartet unterscheiden sich die Bilder von Abb. 1 und Abb. 2 nicht (siehe Erklärung weiter oben). Schattierungen des Felsens sind für beide Abbildungen gut zu erkennen. Beim Vergleich von Abb. 3 und Abb. 4 gibt es schon einen größeren Unterschied. Hier ist schön zu erkennen, dass bei deaktivierter Tiefenkompensierung, beinahe keine Schattierungen des Felsen zu sehen sind.

01-tiefenkompensierung-aus-perzeptiv

Abb. 1: Tiefenkompensierung deaktiviert, Renderpriorität Perzeptiv

03-tiefenkompensierung-aus-relativ-farbmetrisch

Abb. 3: Tiefenkompensierung deaktiviert, Renderpriorität Relativ Farbmetrisch

02-tiefenkompensierung-an-perzeptiv

Abb. 2: Tiefenkompensierung aktiviert, Renderpriorität Perzeptiv

04-tiefenkompensierung-an-relativ-farbmetrisch

Abb. 4: Tiefenkompensierung aktiviert, Renderpriorität Relativ Farbmetrisch

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